Lipofilling

Volumenaufbau mit körpereigenem Fett – im Gesicht und an der Brust.

Lipofilling
Dauer1–2 Std. (Vollnarkose)
Aufenthaltambulant
Arbeitennach 3–5 Tagen
Sportnach 8 Wochen

Beim Lipofilling wird körpereigenes Fett an einer Stelle abgesaugt, aufbereitet und an einer anderen Stelle eingebracht, wo Volumen fehlt. Es ist der einzige Filler, der vom eigenen Körper stammt: kein Fremdmaterial, keine Unverträglichkeit. Dr. Özdemir setzt die Eigenfettbehandlung in zwei Bereichen ein.

Im Gesicht. Ab dem 30. Lebensjahr schwinden Fettgewebe, Lederhaut und Oberhaut, vor allem an den Wangen und im Nasolabialbereich. Die Haut sinkt ab, an den Unterlidern bilden sich tiefe Ringe, das Gesicht wirkt müde und eingefallen. Eigenfett füllt diese Bereiche von unten auf und unterfüttert Falten, ohne das Gesicht zu verändern.

An der Brust. Bei einem moderaten Wunsch nach mehr Volumen ist Eigenfett eine Alternative zum Implantat. Es eignet sich außerdem, um eine leichte Asymmetrie auszugleichen. Der Zuwachs fällt deutlich geringer aus als mit einem Implantat, etwa eine halbe Körbchengröße je Sitzung.

Für wen ist Lipofilling geeignet?

Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Erstens braucht es genügend Spenderfett an Bauch, Hüften oder Oberschenkeln; bei sehr schlanken Patientinnen und Patienten ist die Menge begrenzt. Zweitens sollte das Gewicht stabil sein. Das eingebrachte Fett verhält sich wie jedes andere Fettgewebe: Bei einer Gewichtszunahme wächst es mit, bei einer Abnahme schwindet es.

Für die Brust kommt hinzu: Wer eine deutliche Vergrößerung wünscht, ist mit einem Implantat besser beraten. Eine erschlaffte Brust wird durch Eigenfett nicht gestrafft, hier ist die Bruststraffung der richtige Eingriff, gegebenenfalls kombiniert mit Eigenfett.

Wie läuft das Lipofilling ab?

Zunächst wird das Fett gewonnen. Dr. Özdemir infiltriert eine Tumeszenzlösung in die Entnahmeregion, wodurch diese schmerzlos und blutungsarm wird und das Fettgewebe aufweicht. Mit stumpfen Kanülen wird das Fett anschließend schonend abgesaugt. Es wird gereinigt und von Flüssigkeit und Ölanteilen getrennt, sodass nur die lebenden Fettzellen in sterile Spritzen gefüllt werden.

Danach wird das aufbereitete Fett über kleine Einstiche mit feinen, stumpfen Kanülen in vielen dünnen Strängen in die Zielregion eingebracht. Die Verteilung in kleinen Portionen ist entscheidend: Nur Fettzellen, die Kontakt zum umgebenden Gewebe haben, werden durchblutet und heilen ein.

Beide Eingriffe finden in Vollnarkose statt, auch im Gesicht, weil das Spenderfett an einer anderen Körperstelle entnommen wird. Für die Brust wird entsprechend mehr Fett gewonnen und eingebracht. Der Eingriff dauert ein bis zwei Stunden und ist in der Regel ambulant möglich.

Einheilung: Was vom Fett bleibt

Nicht das gesamte eingebrachte Fett heilt ein. Ein Teil wird vom Körper innerhalb der ersten Monate wieder abgebaut; wie groß dieser Anteil ist, lässt sich vorab nicht sicher sagen. Dr. Özdemir trägt deshalb etwas mehr Fett auf, als am Ende bleiben soll. Die ersten Wochen zeigen ein Zuviel, das sich zurückbildet. Das Ergebnis, das nach etwa zwölf Monaten steht, ist dauerhaft, solange das Gewicht stabil bleibt.

Für die Brust bedeutet das: Wer mehr Volumen wünscht, als eine Sitzung bringt, braucht eine zweite Sitzung im Abstand von zwölf Monaten.

Nach dem Eingriff

An der Entnahmestelle wird für einige Wochen ein Kompressionsmieder getragen, damit die Haut sich glatt anlegt. In der Zielregion treten Schwellungen und Blutergüsse auf, die im Gesicht nach etwa ein bis zwei Wochen abklingen, an der Brust etwas später. Die behandelten Bereiche sollten in den ersten sechs Wochen nicht gedrückt oder massiert werden, damit die frisch eingebrachten Fettzellen nicht verschoben werden. Auf dem Rücken schlafen, Wärme, Sauna und Sport meiden.

Büroarbeit ist nach wenigen Tagen wieder möglich, Sport nach etwa acht Wochen.

Welche Risiken hat das Lipofilling?

Das Lipofilling gilt als schonend, weil kein Fremdmaterial verwendet wird. Es ist dennoch ein operativer Eingriff mit zwei Wundgebieten, der Entnahmestelle und der Zielregion. Dr. Özdemir geht die Risiken im Beratungsgespräch einzeln durch; die wichtigsten sind:

Abbau des Fetts. Wie viel vom eingebrachten Fett einheilt, ist individuell verschieden. Es kann weniger bleiben als erhofft, in seltenen Fällen auch deutlich weniger. Dann ist eine zweite Sitzung nötig, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Unregelmäßigkeiten. Heilt das Fett ungleichmäßig ein, können Asymmetrien, kleine Knoten oder Dellen entstehen. An der Entnahmestelle sind Unebenheiten der Haut möglich, wenn ungleichmäßig abgesaugt wurde. Beides lässt sich in der Regel durch eine Nachbehandlung korrigieren.

Ölzysten und Verkalkungen. Fettzellen, die nicht einheilen, können absterben und Ölzysten oder Verhärtungen (Fettgewebsnekrosen) bilden. An der Brust können daraus Verkalkungen entstehen, die in der Mammographie sichtbar sind. Sie sind gutartig, müssen aber von anderen Veränderungen unterschieden werden; deshalb sollte die Radiologin oder der Radiologe bei jeder späteren Vorsorgeuntersuchung über das Lipofilling informiert werden. Dr. Özdemir empfiehlt vor einem Lipofilling der Brust in jedem Alter eine aktuelle Bildgebung (Mammographie oder Ultraschall) als Ausgangsbefund.

Infektion und Bluterguss. Wie bei jedem Eingriff können sich die Einstichstellen oder das eingebrachte Fett entzünden. Blutergüsse an Entnahme- und Zielregion sind häufig und bilden sich zurück.

Gefühlsstörungen. In der Zielregion und an der Entnahmestelle kann das Hautgefühl vorübergehend vermindert sein; es kehrt in aller Regel zurück.

Fettembolie. Wird Fett versehentlich in ein Blutgefäß gespritzt, kann es dieses verschließen. Im Gesicht ist das die schwerwiegendste Komplikation, weil eine Verschleppung in die Augengefäße zur Erblindung führen kann. Sie ist außerordentlich selten und wird durch die Technik vermieden: stumpfe Kanülen, kleine Mengen, langsames Einbringen beim Zurückziehen der Kanüle.

Ergebnis. Das Lipofilling gleicht Volumen aus, es strafft keine Haut und löst keine mimischen Falten. Wer beides erwartet, wird enttäuscht; hier ist die Kombination mit anderen Verfahren sinnvoll.

Gibt es Alternativen zum Lipofilling?

Im Gesicht ist die Hyaluronsäure die nächstliegende Alternative. Sie kommt ohne Operation und ohne Entnahmestelle aus, lässt sich bei Bedarf wieder auflösen und ist damit für einen ersten Versuch gut geeignet. Dafür hält sie nur wenige Monate und muss wiederholt werden. Eigenfett ist bei größeren Volumina und bei dauerhaftem Wunsch im Vorteil. Mimische Falten, etwa Zornesfalte oder Krähenfüße, sind ein Fall für Botulinumtoxin, nicht für Volumen. Bei Schlupflidern hilft die Oberlidstraffung, nicht das Auffüllen.

An der Brust ist das Implantat die Alternative, wenn eine deutliche und planbare Vergrößerung gewünscht wird. Es bringt in einer Sitzung ein verlässliches Volumen, dafür mit Fremdmaterial und den Implantatrisiken, insbesondere der Kapselfibrose. Bei einer erschlafften Brust ist die Bruststraffung der richtige Eingriff.

Nichts tun ist immer eine Option. Volumenverlust im Gesicht ist keine Krankheit, und eine kleine Brust ist kein Befund.

Warum es keine Vorher-nachher-Bilder gibt

Sie finden auf dieser Seite keine Vorher-nachher-Fotos, und auch im Beratungsgespräch zeigt Dr. Özdemir keine. Gerade beim Lipofilling hängt das Ergebnis davon ab, wie viel Fett bei Ihnen einheilt, und das unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Was Sie stattdessen bekommen: eine Untersuchung, eine ehrliche Einschätzung, welche Menge bei Ihnen realistisch ist, und die Aussage, ob eine oder zwei Sitzungen nötig sein werden.

Dr. med. univ. Özkan Özdemir
Medizinisch geprüft von Dr. med. univ. Özkan Özdemir Facharzt für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Wien Mehr über mich

Persönliche Beratung: Lipofilling

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Kurzinformationen: Lipofilling

Dauer
1–2 Std. (Vollnarkose)
Schmerzen
gering
Narben
nur kleine Einstiche
Aufenthalt
ambulant
Verband
Kompression an der Entnahmestelle 4 Wochen
Arbeiten
nach 3–5 Tagen
Ausgehen
nach 1–2 Wochen
Sport
nach 8 Wochen

FAQ · Lipofilling

Das Fett, das eingeheilt ist, bleibt dauerhaft. Es altert mit wie das übrige Gewebe und verändert sich mit dem Körpergewicht. Was sich in den ersten zwölf Monaten abbaut, kommt nicht zurück; danach ist das Ergebnis stabil.
Nein. Je Sitzung ist etwa eine halbe Körbchengröße realistisch. Wer deutlich mehr wünscht, braucht mehrere Sitzungen oder ein Implantat.
Aus Regionen mit ausreichend Fettgewebe, meist Bauch, Hüften oder Oberschenkel. Die Entnahmestelle wird dabei leicht konturiert, ein Nebeneffekt, der oft erwünscht ist.
Nur eingeschränkt. Für das Gesicht reicht meist eine kleine Menge, für die Brust braucht es deutlich mehr Spenderfett. Dr. Özdemir prüft im Beratungsgespräch, ob genügend vorhanden ist.
Eingebrachtes Fett kann Verkalkungen bilden, die in der Mammographie sichtbar sind. Erfahrene Radiologinnen und Radiologen können sie von verdächtigen Veränderungen unterscheiden. Wichtig ist, bei jeder Untersuchung anzugeben, dass ein Lipofilling stattgefunden hat.
Der Preis hängt von Region und Menge ab. Die Erstberatung kostet 100 € und wird bei einer Behandlung vollständig angerechnet.