Wann sollte ein Muttermal abgeklärt werden?
Die meisten Muttermale sind harmlos und bleiben es. Auffällig wird ein Mal dann, wenn es sich verändert. Anlass für eine Abklärung sind:
- Ein Mal, das größer wird, seine Form oder Farbe ändert
- Unscharfe oder ausgefranste Ränder, mehrere Farbtöne in einem Mal
- Ein Mal, das juckt, blutet, nässt oder nicht abheilt
- Ein Mal, das sich deutlich von allen anderen unterscheidet
- Eine Hautstelle, die über Wochen nicht verheilt
Im Zweifel gilt: lieber einmal zu früh ansehen lassen. Eine harmlose Veränderung ist schnell geklärt. Ein bösartiger Hauttumor ist im frühen Stadium in aller Regel gut behandelbar — je später, desto aufwendiger.
Wie läuft die Abklärung ab?
Am Anfang steht die Untersuchung der Hautstelle. Bleibt danach ein Zweifel, wird das Mal entfernt und feingeweblich untersucht — erst diese Untersuchung im Labor gibt Sicherheit darüber, worum es sich handelt. Eine Beurteilung mit bloßem Auge kann einen Verdacht erhärten oder entkräften, ersetzt aber niemals die Gewebeuntersuchung.
Zeigt sich dabei eine verdächtige Hautstruktur, verweist Dr. Özdemir Sie an die Dermatologie — dort wird die Stelle unter dem Auflichtmikroskop begutachtet und bei Bedarf eine Probe entnommen, um die Diagnose zu sichern. Erst wenn die Diagnose feststeht, lässt sich planen, mit welchem Sicherheitsabstand operiert wird. Wie der Defekt danach gedeckt wird, richtet sich nach seiner Größe und Lage.
Wundverschluss und Defektdeckung
Bösartige Hauttumore müssen mit einer Sicherheitszone entfernt werden, damit keine Rückstände verbleiben. Eine Wunde kann auch durch einen Unfall oder eine Infektion entstehen. Der Verschluss der Wunde sollte kosmetisch und ästhetisch so unauffällig wie möglich sein. Besonders im Gesicht sind Defektdeckungen besonders anspruchsvoll, da entstehende Narben kaum zu verstecken sind und eventuell zu funktionellen Problemen führen können.
Bestenfalls kann das Gewebe durch eine direkte Naht verschlossen werden. Ist dies wegen einer größeren Gewebeentnahme an der betroffenen Stelle nicht machbar, haben wir verschiedene Behandlungsmethoden, um den Defekt zu verschließen und die Narbenbildung möglichst günstig zu beeinflussen. Die meisten Defekte können in örtlicher Betäubung ambulant versorgt werden.
Lokale Lappenplastik
Bei einer lokalen Lappenplastik erfolgt eine Hautverschiebung des umliegenden Gewebes über die offene Stelle. Sie ist eine ideale Lösung, um nicht zu große Haut-Weichteildefekte zu verschließen. Es stehen uns zahlreiche Techniken lokaler Lappenplastiken (z. B. Verschiebeschwenklappen, Nasolabiallappen, Rotationslappen) zur Verfügung. Vorab nehmen wir eine exakte Planung vor.
Hauttransplantation
Wir können auch eine Hautverpflanzung aus einem anderen Bereich des Körpers über die Wunde vornehmen. Im Gesichtsbereich können Hauttransplantate aber zu nicht ästhetisch befriedigenden Ergebnissen führen, da die Struktur der Haut und die Farbe von der Gesichtshaut abweichen kann.
Die Wahl der optimalen Methode hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wir beraten Sie vor dem Eingriff ausführlich dazu, welche OP-Technik in Ihrem individuellen Fall das beste Ergebnis erzielen kann.
Welche Risiken hat die Entfernung?
Es bleibt eine Narbe. Jede Entfernung hinterlässt eine. Wie sie ausfällt, hängt von Größe und Ort ab und davon, wie die Haut des Einzelnen heilt. Im Gesicht wird entlang der natürlichen Hautlinien geschnitten, damit die Narbe möglichst wenig auffällt.
Nachblutung, Bluterguss, Infektion. Bei kleinen Eingriffen selten, aber möglich.
Wundheilungsstörung. Vor allem bei größeren Defekten, die mit einer Lappenplastik oder einem Transplantat gedeckt wurden. Ein Transplantat kann in Teilen nicht anwachsen.
Gefühlsveränderung. Rund um die Narbe kann die Haut dauerhaft taub bleiben. Bei größeren Eingriffen im Gesicht können auch feine Nervenäste betroffen sein.
Es muss nachoperiert werden. Ergibt die feingewebliche Untersuchung, dass der Tumor bis an den Rand des entnommenen Gewebes reicht, muss ein zweites Mal nachgeschnitten werden. Das ist kein Fehler, sondern bei bösartigen Befunden ein normaler Teil des Vorgehens — der Sicherheitsabstand richtet sich nach dem Befund, den man vorher nicht kennt.
Gibt es Alternativen zur Operation?
Beobachten. Ist ein Mal unauffällig und verändert es sich nicht, genügt es, es im Auge zu behalten und regelmäßig kontrollieren zu lassen.
Bei Verdacht auf einen bösartigen Tumor gibt es keine sinnvolle Alternative. Laserbehandlung und oberflächliches Abtragen zerstören das Gewebe, das untersucht werden müsste — danach lässt sich nicht mehr feststellen, worum es sich gehandelt hat und ob alles entfernt wurde. Deshalb wird ein verdächtiges Mal geschnitten und nicht gelasert.
Aus rein kosmetischen Gründen kann ein eindeutig harmloses Mal entfernt werden.
