Nicht jede Behandlung mit Hyaluronsäure führt zu dem Ergebnis, das man sich vorgestellt hat. Manchmal wirkt eine Lippe voller als geplant, ein Filler verteilt sich ungleichmäßig, oder das Gesicht wirkt insgesamt schwerer als vorher. Anders als die meisten Füllmaterialien ist Hyaluronsäure umkehrbar: Mit dem Enzym Hyaluronidase, im deutschsprachigen Raum meist unter dem Handelsnamen Hylase® bekannt, lässt sie sich gezielt wieder auflösen.
Dr. Özdemir führt diese Korrektur in seiner Ordination in Wien-Döbling durch, auch wenn die ursprüngliche Behandlung woanders gemacht wurde.
Wann ist das Auflösen von Hyaluronsäure sinnvoll?
- Lippen, Wangen oder Kinn wirken überfüllt oder unnatürlich.
- Der Filler liegt asymmetrisch, in Strängen oder als tastbarer Knoten.
- Dicht unter der Haut liegende Hyaluronsäure schimmert bläulich durch (Tyndall-Effekt), besonders unter den Augen.
- Der Filler ist gewandert. Vor allem an der Lippe tritt er über die Jahre über die natürliche Kontur hinaus.
- Schwellungen oder Knötchen klingen auch Wochen nach der Behandlung nicht ab.
- Vor einem Neuaufbau: Ein über Jahre angesammeltes Depot wird zuerst entfernt, danach lässt sich die Partie sparsamer aufbauen.
Auch der Wunsch, zum ursprünglichen Aussehen zurückzukehren, ist Grund genug. Sie müssen kein medizinisches Problem vorweisen.

Auch nach Behandlungen in einer anderen Ordination
Viele Patientinnen und Patienten, die zum Auflösen kommen, wurden ursprünglich anderswo behandelt. Das ist ein häufiger Anlass und kein Grund für ein unangenehmes Gespräch.
Hilfreich ist, wenn Sie zum Termin mitbringen können, welches Präparat verwendet wurde, wie viel gespritzt wurde und wann die Behandlung stattgefunden hat. Oft steht das auf der Rechnung oder im Behandlungsbeleg. Liegen diese Angaben nicht vor, ist eine Behandlung trotzdem möglich: Die Einschätzung läuft dann über den Tastbefund und das Erscheinungsbild. Dosiert wird vorsichtiger, und wenn nötig wird in einer zweiten Sitzung nachgearbeitet.
Was sich auflösen lässt und was nicht
Hyaluronidase wirkt ausschließlich auf Hyaluronsäure. Alle marktüblichen Hyaluron-Filler lassen sich damit abbauen, unabhängig vom Hersteller. Stärker vernetzte, besonders feste Produkte brauchen etwas mehr Enzym oder eine zweite Sitzung.
Nicht auflösbar sind dauerhafte und halbdauerhafte Materialien wie Silikonöl, Polymethylmethacrylat (PMMA), Polymilchsäure oder Calciumhydroxylapatit. Sie reagieren auf das Enzym nicht. Wenn unklar ist, was eingebracht wurde, sprechen wir das vor der Behandlung an: Ein Auflösungsversuch bei permanentem Material bringt kein Ergebnis, und Sie sollen nicht für eine Behandlung zahlen, die in Ihrem Fall nicht wirken kann.
Ablauf der Behandlung
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch mit Untersuchung der behandelten Partie. Dabei wird auch die Krankengeschichte erhoben, unter anderem bekannte Allergien: Allergische Reaktionen auf Hyaluronidase sind selten, aber möglich.
Die eigentliche Behandlung dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Das Enzym wird mit einer sehr feinen Nadel genau dort eingebracht, wo die Hyaluronsäure liegt. Auf Wunsch wird die Haut vorher mit einer betäubenden Creme vorbereitet; eine Spritze zur örtlichen Betäubung ist in der Regel nicht nötig.
Es kommt auf die Dosierung an. Aufgelöst wird nur so viel wie nötig: Gerade an der Lippe liegt der Unterschied zwischen einer stimmigen Korrektur und einem zu leer wirkenden Ergebnis bei wenigen Einheiten. Deshalb wird zurückhaltend begonnen und bei Bedarf nachgearbeitet.
Nach der Behandlung
Das Enzym beginnt sofort zu wirken; der Abbau ist meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden weitgehend abgeschlossen. Eine erste Veränderung ist häufig schon unmittelbar nach der Behandlung sichtbar, das endgültige Ergebnis lässt sich aber erst nach zwei bis drei Tagen beurteilen, wenn die behandlungsbedingte Schwellung abgeklungen ist.
An den Einstichstellen kann es zu leichter Schwellung, Rötung und Druckempfindlichkeit kommen. Nach ein bis zwei Tagen sind Sie in der Regel wieder gesellschaftsfähig. Sport sollten Sie für etwa zwei Tage aussetzen, ebenso Sauna und intensive Wärme.
Bei einem über Jahre aufgebauten, sehr festen Depot kann eine zweite Sitzung nötig sein. Sie findet frühestens ein bis zwei Wochen später statt, damit sich das Ergebnis der ersten Behandlung zuverlässig beurteilen lässt.
Neuer Aufbau nach der Auflösung
Wenn Sie nach der Korrektur wieder Filler wünschen, wird üblicherweise zwei bis vier Wochen gewartet. Hyaluronidase baut vorübergehend auch einen Teil der körpereigenen Hyaluronsäure im behandelten Areal ab; sie bildet sich innerhalb weniger Wochen von selbst nach. Wer diese Zeit abwartet, bekommt ein verlässlicheres und länger haltbares Ergebnis.
Welche Risiken hat das Auflösen mit Hyaluronidase?
Der körpereigene Anteil wird mit abgebaut. Das Enzym unterscheidet nicht zwischen eingespritzter und körpereigener Hyaluronsäure. Direkt nach der Behandlung kann die Stelle deshalb eingefallener wirken als vor der ursprünglichen Unterspritzung. Das ist vorübergehend — der körpereigene Anteil baut sich normalerweise innerhalb weniger Tage bis Wochen wieder auf.
Allergische Reaktionen. Hyaluronidase wird aus tierischem Gewebe gewonnen. Echte allergische Reaktionen sind selten, aber möglich — von Hautrötung bis hin zu schweren Reaktionen. Dr. Özdemir fragt deshalb vor der Behandlung nach bekannten Allergien.
Schwellung, Rötung, Blutergüsse. In den ersten Stunden bis Tagen nach der Behandlung normal.
Das Ergebnis lässt sich nicht fein dosieren. Wie viel sich auflöst, hängt von Menge, Präparat und Gewebe ab. Manchmal braucht es eine zweite Sitzung, manchmal löst sich mehr auf als beabsichtigt. Ein zu viel aufgelöstes Areal lässt sich später wieder aufbauen, aber nicht am selben Tag.
Nicht jedes Material löst sich auf. Silikonöl, Polymethylmethacrylat, Polymilchsäure und Calciumhydroxylapatit reagieren nicht auf das Enzym. Wenn unklar ist, was ursprünglich gespritzt wurde, ist das vorab zu klären.
Gibt es eine Alternative zum Auflösen?
Abwarten. Hyaluronsäure baut sich von selbst ab, je nach Präparat und Region über mehrere Monate bis etwa anderthalb Jahre. Wer mit dem Ergebnis leben kann, muss nichts tun. Die einzige Ausnahme stellt die abgekapselte Hyaluronsäure dar. Das bedeutet: Hat der Körper eine Kapsel um das eingespritzte Hyaluron gebildet, ist dieses in der Regel als dauerhafte Knubbelbildung zu tasten. Abgekapselte Hyaluronsäure lässt sich nur selten mit Hyaluronidase auflösen. Stört der Knoten oder entzündet er sich, bleibt in der Regel nur die operative Entfernung.
Ausgleichen statt auflösen. Bei einer Unregelmäßigkeit oder Asymmetrie ist manchmal die gezieltere Lösung, die Gegenseite anzugleichen, statt alles aufzulösen. Das hängt vom Befund ab.
Kein Abwarten bei Durchblutungsstörungen. Wenn nach einer Unterspritzung Schmerzen, Blässe oder eine Verfärbung auftreten, ist das ein Notfall und kein Fall für Geduld. Dann muss sofort aufgelöst werden.
Beratung in Wien-Döbling
Nicht jedes unbefriedigende Ergebnis muss aufgelöst werden. Kurz nach einer Behandlung ist vieles noch Schwellung und legt sich von selbst; manchmal genügt eine kleine Ergänzung an anderer Stelle, um die Partie wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, klären wir im Beratungsgespräch.
